BMFTR-Projekt "Antisemitismuskritische Hochschulbildung"
Projektleitung: Dr. Anna Körs, Akademie der Weltreligionen, anna.koers"AT"uni-hamburg.de
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Christine Chiriac, Akademie der Weltreligionen, christine.chiriac"AT"uni-hamburg.de
Laufzeit: 03/2026–02/2029
Das Forschungsprojekt "Antisemitismuskritische Hochschulbildung" ist Teil des Verbundprojektes "Jüdische Re-Aktionen auf Antisemitismus in Bildungsinstitutionen (REACT)“, das ab März 2026 für drei Jahre im Rahmen des BMFTR-Forschungsprogramms "Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus" gefördert wird. In dem interdisziplinären Verbundvorhaben gemeinsam mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) in Hamburg, der Eberhard Karls Universität in Tübingen und dem Kompentenzzentrum Antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) in Berlin werden die Reaktionen von Jüdinnen und Juden als Betroffene von Antisemitismus sowie die Bedingungen und Einschränkungen ihrer Partizipation in Bildungsinstitutionen untersucht. Das Verbundprojekt wählt dafür seinen Ausgangspunkt in der Verschränkung der jüdischen Gegenwartsforschung und einer Antisemitismusforschung, in deren Zentrum sowohl die jüdischen Erfahrungen als auch die institutionellen Bedingungen der eingeschränkten Partizipation und Teilhabe von Jüdinnen und Juden stehen. Ziel ist es, Antisemitismus in institutionellen Bildungskontexten entgegenzuwirken und die Partizipation von Jüdinnen und Juden nachhaltig zu fördern.
Das Teilprojekt "Antisemitismuskritische Hochschulbildung" untersucht, wie jüdische und antisemitismuskritische Bildung in der universitären Lehramtsausbildung religionsbezogener Fächer entwickelt und verankert werden kann. Ausgehend vom wichtigen Befund aus dem schulischen Kontext, dass Lehrkräfte antisemitische Stereotype, Vorurteile oder Ressentiments teilweise nicht wahrnehmen, de-thematisieren oder (re-)produzieren, untersucht das Teilprojekt an ausgewählten Universitätsstandorten die Ausbildung von Lehrkräften religionsbezogener Studiengänge. Es wird vergleichend analysiert, inwieweit Judentum, jüdische Gegenwart sowie Antisemitismus vor dem Hintergrund rechtlicher und bildungspolitischer Rahmenbedingungen (Kontextanalyse) in den Lehrplänen und der Lehrpraxis (nicht) berücksichtigt werden (Status Quo- und Bedarfsanalyse) und welche Ansätze bestehen und sich entwickeln lassen (Handlungs- und Transferwissen), die – mit Einbeziehung jüdischer Perspektiven – darauf hinwirken, dass in der Lehramtsausbildung die Wissensvermittlung zu historischen wie gegenwärtigen Formen des Antisemitismus sowie zum Umgang mit Antisemitismus gestärkt werden kann.
REACT ist ein Verbundprojekt, das vom BMFTR auf dem Gebiet „Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus“ gefördert und vom "Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert" (FoNA) begleitet wird.
