Katholische Theologie
für katholische Theologie
Foto: UHH/Denstorf
12. Juni 2026, von Jörg Sandkamp

Foto: John Martin, The Fall of Babylon (1831)
Nur die deutsche Sprache kennt das Wort "Weltuntergang". Anderswo spricht man von der Apokalypse oder vom Ende der Welt. In seinem neu erschienenen Buch nimmt Florian Baab verschiedene Aspekte des Untergangdenkens vom vermeintlich bedrohten "Abendland" (Oswald Spengler) über den Diskurs um die nukleare Bombe (Bertrand Russell, Maurice Blanchot, Günther Anders) bis hin zur Krise der liberalen Demokratie (Francis Fukuyama) in den Blick. Dabei zeigt sich, dass die säkulare Apokalyptik des 20. Jahrhunderts in ihren unterschiedlichen Ausprägungen eine spezifische Form des Weltverhältnisses beschreibt: Wenn die Zukunft bedroht ist, wird die Gegenwart immer neu zum Ort unaufschiebbarer Entscheidungen. Die christliche Option, der gemäß die Welt trotz allem zum Guten bestimmt ist, zeigt sich hierbei als wichtiges Korrektiv gegen ein Ethos der Weltaneigung und Selbstermächtigung.
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